Odenthal, Kleine Rathausgalerie, 2017


Zur Vernissage am 20.10.2017 kamen zahlreiche Besucher in die Kleine Rathausgalerie Odenthal. Ein Herzstück des Abends war sicherlich die Rede von Walter Jansen, die von den Zuhörern mit Spannung und Begeisterung aufgenommen wurde, zumal sich Walter Jansen für seinen Vortrag eine spezielle Installation ausgedacht hatte, welche bei den Gästen besonderes Interesse und Neugier auf die ausgestellten Arbeiten erweckte.


Gedanken aus der Rede von Walter Jansen

„Kunst ist Form gewordenes Spiel mit Inhalten. Um aber Form zu werden, ist das Kunstwerk auf Material angewiesen. Material ist alles, was unseren Sinnen zugänglich ist. Worte, Klänge, Bewegungen, Stoffe usw. Erst die Form verwandelt das Material in Kunst“.
(Stefan Kraus)


 

Verhüllungen



Wo man farbige Tafeln erwartet, begegnen uns mit weißen und goldenen Tüchern verhüllte Objekte.




„Bilder
legen nicht fest.
Sie sind
wie ein Fenster,
durch das wir
in die Weite
hinausschauen.“

(Anselm Grün)

Das Arrangement
des Verhüllens
ist ein Ausdruck
unseres
Bemühens, das
Sehen der
Betrachter, in
Schritten zu
lenken.

Die Skulpturen
der Künstlerin
sind oft
Fundstücke:
steinerne, hölzerne.
Sie fordern
uns geradezu
heraus,
besonders
mit dem Herzen
erfasst
zu werden.

Schauen wir
In die Weite.
Aktivieren
wir
unser Herz,
lassen wir
das
innere
warnende
wie auch
das zustimmende
Sprechen zu.



Heute werden in Odenthal 27 Arbeiten gezeigt, von denen 4 integrierte Spiegelgläser haben. Der Spiegel ist bildnerisches Signal, bezogen auf die ganze Anordnung. Spiegel werfen Bilder zurück. Sie erweitern das Sehen. Sie bilden seitenverkehrt ab. Aber sie können auch verzerren, um die Ecke schauen und Verborgenes entdecken.

Spiegel weisen ebenso auf Details hin, die leicht übersehen werden. Oder sie lassen Formen erkennen, die ohne sie gar nicht zu sehen sind. Wenn also in eine Arbeit Spiegelglas integriert ist, so hat das sehr wohl eine Bedeutung. Diese zu entschlüsseln, damit ist das in die Weite schauen im Zitat von Anselm Grün gemeint. In diese Weite bricht ein jeder Betrachter auf, um seine ganz eigenen Entdeckungen zu machen.



Gedanken der Künstlerin

Das Wortspiel im Titel „HearT“– mitten im Herz das Ohr – war der Auslöser für den Namen der Ausstellung. Der Titel bezeichnet mehr die Herangehensweise und nicht das Dargestellte.

Künstlerische Gestaltung ist für mich Herzensangelegenheit, denn „Was nicht aus dem Herzen kommt, wird ein anderes Herz nicht erreichen.“ (Phil Bosmans)
 
Logik einfach mal außen vor lassen und nur die innere, leise Stimme des Herzens vernehmen.

Bildende Kunst ist in den meisten Fällen nicht sprachgebunden.
Sie vermittelt nonverbal Inhalte, beansprucht ihre eigene Aussage/kraft, spricht an oder auch nicht.


Der Betrachter möge in sich hinein hören.
Vorgegebene Titelangaben sollen ihn nicht ablenken und von vornherein auf eine bestimmte Deutung festlegen.